Warum Nähe für hochsensible Menschen oft so schwierig ist
Ein Blick hinter die Kulissen von Anpassung, Rückzug und echter Verbindung
Wenn Verbundenheit zum Kraftakt wird
Für viele hochsensible Menschen ist Nähe ein zentrales Thema.
Sie sehnen sich nach ihr – nach tiefer Verbindung, echtem Gesehenwerden, nach einem Raum, in dem sie einfach sein dürfen.
Gleichzeitig ist genau dieser Raum oft mit innerem Druck verbunden.
Denn Nähe bedeutet für feinfühlige Menschen nicht nur Zusammensein.
Sondern auch: mitfühlen.
Mitschwingen.
Wahrnehmen, was unausgesprochen bleibt.
Wir spüren viel.
Nicht nur Worte, sondern Pausen.
Nicht nur Blicke, sondern Stimmungen.
Nicht nur Handlungen, sondern Schwingungen.
Unser System nimmt auf – feiner, schneller, tiefer.
Und oft beginnt es zu arbeiten, bevor wir es bewusst bemerken.
So wird Nähe nicht nur zur Begegnung.
Sondern zu einem ständigen inneren Balanceakt:
zwischen Dasein und Rückzug, zwischen Bedürfnis und Überforderung, zwischen dem Wunsch nach Verbindung und dem Bedürfnis, sich selbst nicht zu verlieren.
Alte Muster und leise Selbstverleugnung
Viele von uns haben schon früh gespürt:
„So wie ich bin, bin ich zu viel.“
Oder:
„So wie ich fühle, bin ich nicht richtig.“
Sätze wie „Du bist zu empfindlich“, „Du nimmst dir alles zu Herzen“, oder „Stell dich nicht so an“ – sie graben sich ein.
Nicht nur ins Denken, sondern ins Nervensystem.
Und irgendwann beginnt man zu glauben, dass Nähe etwas ist, das man sich verdienen muss.
Man beobachtet sich selbst.
Hält sich zurück.
Lächelt, obwohl es innerlich zieht.
Sagt Ja, obwohl man Nein meint.
Bleibt, obwohl der Körper längst Rückzug braucht.
Und Rückzug fühlt sich dann oft wie eine Gefahr an.
Weil wir denken: „Wenn ich mich zurückziehe, verliere ich vielleicht die Verbindung.“
Doch gerade für hochsensible Menschen ist Rückzug keine Ablehnung.
Sondern Selbstschutz.
Ein Raum, in dem sich das Innen wieder ordnen darf.
Wie es sich anfühlt, sich selbst zu verlieren
Ich kenne diesen inneren Spagat sehr gut.
Immer wieder habe ich mich angepasst – aus Angst, Nähe zu verlieren.
Habe Ja gesagt, obwohl mein Körper längst nach Abstand gerufen hat.
Nicht, weil ich nicht mochte, was da war – sondern weil ich dachte, ich müsste es aushalten.
Sonst bin ich nicht liebenswert.
Ich habe mich zurückgenommen, um nicht aufzufallen.
Bin in Rollen geschlüpft, um nicht zu stören.
Habe gespürt, dass ich mich selbst verliere – aber nicht gewusst, wie ich aussteigen kann.
Es war, als müsste ich mich ständig entscheiden:
Entweder ich bleibe in Verbindung – oder bei mir.
Aber nicht beides.
Diese Überforderung hat mich oft müde gemacht.
Leer.
Und manchmal wütend – nicht auf andere, sondern auf mich selbst.
Weil ich mich wieder einmal selbst verlassen hatte.
Ich habe an Dingen festgehalten, die mir gar nicht gutgetan haben.
Mich an Hoffnungen geklammert, die mehr Angst als Liebe waren.
Und irgendwann verstanden:
Ich kann andere nicht kontrollieren.
Aber ich kann lernen, mich selbst zu halten.
Was mich heute trägt, ist nicht das Außen.
Es ist meine innere Verbindung.
Zu mir. Zu meiner Wahrheit. Zu dem, was mir wichtig ist.
Ich muss niemanden von mir überzeugen.
Ich darf Rückzug brauchen.
Ich darf fühlen, wie ich fühle.
Ich darf sein, wie ich bin.
Und: Es gibt Menschen, für die bin ich genau richtig – ohne mich zu verbiegen.
Für alle anderen: nicht.
Und das ist in Ordnung.
Was du dir selbst zurückgeben kannst
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst – in der Sehnsucht nach Verbindung, in der Angst, zu viel zu sein, in der Frage, ob du genügst – dann bist du nicht
allein.
Und du bist nicht falsch.
Diese Gefühle, das feine Spüren, die Unsicherheit im Rückzug – sie sind ganz normal.
Du bist nicht „kompliziert“.
Du bist nur ehrlich empfindsam.
Und das ist eine Stärke, die Zeit braucht, um sich sicher zu fühlen.
Der erste Schritt zurück zu dir ist kein großer.
Er ist leise.
Zart.
Er beginnt dort, wo du dich selbst nicht länger übergehst.
Was mir hilft, ist innezuhalten.
Langsamer zu werden.
Und mir selbst wieder zuzuhören.
Vielleicht magst du dir Fragen stellen wie:
-
Was fühle ich gerade – wirklich?
-
Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
-
Was bräuchte ich, um mich sicher zu fühlen?
-
Diene ich mir – oder der Angst, nicht zu genügen?
-
Wie kann ich mir selbst jetzt ein Stück näher sein?
Und manchmal schreibe ich mir selbst.
Einen Brief – leise, ehrlich, ohne Urteil.
Ich erinnere mich darin an das, was ich bin.
Was mir wichtig ist.
Woran ich glauben möchte.
Diese Worte werden zu einem Anker.
Zu einer Rückverbindung, wenn ich mich verliere.
Vielleicht magst auch du das versuchen.
Nicht für jemand anderen.
Nur für dich.
Eine leise Erinnerung an dein eigenes Sein.
Ein Raum für dich
Du bist nicht falsch, wenn du Rückzug brauchst.
Nicht falsch, wenn du tief fühlst.
Nicht falsch, wenn du dich nicht anpassen willst.
Wenn du möchtest, begleite ich dich ein Stück.
In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch.
Ein Raum, in dem du nichts erklären musst.
Nur sein.
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von deinen eigenen Erfahrungen – ich freue mich, von dir zu lesen!
Danke, dass du dabei bist.
Deine Jasmin
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